Presseberichte

Dauerkrisenmodus im Fußball
Corona macht keinen Spaß
Langenlois peilt das obere Tabellendrittel an
Langenlois als Transferkaiser
Höchste Zeit der Ehrlichkeit

 

PRESSE-BERICHTE: 

NÖN (Woche 30/2020):

Dauerkrisenmodus im Fußball

Langsam zeichnet sich ab, dass der Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität im Fußball vorerst eine Illusion bleiben wird. Bereits in den ersten Tagen, an denen die Fußballklubs wieder so richtig durchstarteten, poppten zwei Covid-19-Fälle auf, die das Präventions-Konzept des ÖFB gehörig ins Wackeln brachten. Die Bezirkshauptmannschaften in Mödling und Horn verhängten über die Klubs aus Wiener Neudorf und Eggenburg jeweils zwei Wochen Quarantäne. In Wien – so hört man – wird das bisweilen weniger streng gehandhabt, dürfen Spieler wieder zurück in Trainings- und Wettkampfbetrieb, sobald sie ein negatives Testergebnis vorlegen.

Das kann man gut oder schlecht finden, Fakt ist jedenfalls, dass mit der rigoroseren NÖ-Handhabe der in Meisterschaften organisierte Fußball rasch an seine Grenzen stoßen wird. Verschiebungen werden so und so an der Tagesordnung stehen. Die Landesverbände bauen da keine Luftschlösser, bereiten sich genau darauf vor. Zumindest einmal soll in der Meisterschaft 2020/21 jeder gegen jeden spielen. Und danach soll es Aufsteiger und Absteiger geben.

Klar, Argumente gibt es zuhauf, die dieses Szenario als unfair entlarven. Schon alleine, dass die allermeisten Meisterschaftsgruppen mit 14 Klubs gespielt werden, eine Serie also 13 Spiele umfasst, ist „schief“. Die Hälfte der Vereine hätte ein Heimspiel mehr, was sportliche und finanzielle Auswirkungen hätte.

Die Alternative wäre aber, dass die Kugel auf unbestimmte Zeit komplett ruht. Und das hätte eine weit tiefer greifende Zäsur zur Folge. Die Klubs sollten sich also gut überlegen, ob sie zum Erbsenzählen beginnen oder das annehmen, was es in der Corona-Krise gibt.

 

Corona macht keinen Spaß

Die erste Testspielwoche ist vorüber. Nach Erlaubnis zu trainieren und Zweikämpfe zu führen ist es ein weiterer Schritt in Richtung einer Normalisierung. Wenngleich der Weg dorthin noch weit ist. Nicht nur, weil anzunehmen ist, dass die Meisterschaft angesichts steigender Infektionszahlen nicht planmäßig über die Bühne gehen wird.
Gesperrte Sitzplätze auf den Tribünen oder Absperrbänder im Kantinenbereich, wie es Langenlois zuletzt praktizierte, drüben die Stimmung.
Auch den Spielern merkt man eine gewisse Unsicherheit an. Freilich nicht am Platz. Zweikämpfe finden in gewohnter Härte statt – Schweißaustausch inklusive. Beim Begrüßen wagen viele Spieler trotzdem nicht den im März abgeschafften Handschlag. Der Faustgruß ist jetzt das Mittel der Wahl. Ob der gesünder ist?
Galgenhumor ist in der Coronakrise das Mittel der Wahl. Denn der Virus macht schon lange keinen Spaß mehr. Der Fußballplatz ist ein Ort des Loslassens von den anderen Verpflichtungen des Lebens. Regeln dämpfen die Freude. Man denke nur an die 100-Zuschauer-Begrenzung. Ihretwegen sind am kommenden Freitag etliche Fußballfans beim Vorbereitungsderby zwischen Haitzendorf und Krems ausgesperrt.
Umso mehr heißt es jetzt für die gesamte Community: Regeln einhalten und durchhalten!
 
Langenlois peilt das obere Tabellendrittel an
Der USV Langenlois war im Vorlauf zur neuen Saison in Transferlaune. Sechs neue Spieler wurden verpflichtet, fünf Mann verlassen den USV im Gegenzug. Mit Michael Holzer kehrt ein „verlorener Sohn“ wieder heim, Tobias Lind soll den Abgang von Dominic Gottsmann kompensieren. Außerdem holte man mit Jan Kosak und Jan Leligdon zwei neue Legionäre. In der kommenden Spielzeit will man ein Stück weiter vorne landen als zuletzt: Das Saisonziel ist ein Platz im oberen Tabellendrittel der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel. 

„Die Auswirkungen der Coronakrise bekommen natürlich auch wir zu spüren“, so der Sportliche Leiter Thomas Korbel. „Unser Pfingstfest sowie die Ball-Rallye fallen der Pandemie zum Opfer, was sehr schade ist“, erklärt er. „Im August haben wir ein Nachwuchs-Turnier mit 50 Teams geplant, aber derzeit sieht es eher danach aus, dass wir dieses absagen“, so Korbel weiter. Man habe zwar „corona-technisch“ alle Vorbereitungen getroffen, am Ende sei man sich ob der aktuellen Entwicklungen rund um Covid19 aber ziemlich unsicher. 

Auf dem Sponsorensektor sehe es „derzeit zwar stabil aus, aber es ist schwer zu sagen, was noch kommt“, betont Korbel, der damit rechnet, dass sich wirtschaftliche Folgen vielfach erst später zeigen werden. Nächstes Jahr feiert der USV sein 100-jähriges Bestehen. „Wir würden uns wünschen, dass die Lage bis dahin soweit stabil ist, dass wir dieses auch würdig begehen können“, hofft der Sportliche Leiter.   

„Verlorener Sohn“ kehrt nach neun Jahren zurück zum USV

Im Vorfeld zur anstehenden Saison warf man in Langenlois das Transferkarussell an: Fünf Mann gehen von Bord, sechs Spieler stoßen dafür neu zu Team von Gerhard Wildpert. Angreifer Patrik Ruzicka zieht es nach Pregarten, Fezulla Sali wechselt nach Bergern. Schmerzlich vermissen wird man wohl auch Stammgoalie Dominic Gottsmann, der künftig für Wieselburg auflaufen wird. „Es ist natürlich sehr schade, so einen Spieler zu verlieren“, so Korbel. „In Wieselburg hat er aber Top-Bedingungen und bei jeder Einheit einen Torwart-Trainer, deshalb wollten wir ihm hier keine Steine in den Weg legen“, wünscht er dem 22-Jährigen alles Gute. Außerdem verlassen auch David Steiner (Ziersdorf) und Pascal Zinner (Krumau) den Verein. 

Ersatz holt man in Person von Tobias Lind (21), der Gottsmann beerben soll. Er wechselt aus Melk zum USV. Als Backup verpflichtete man Routinier Kurt Gerstmayr von Arnsdorf. Für die linke Seite sicherte man sich die Dienste von Clemens Laschober (Schweiggers). Zudem holte man sich zwei neue Legionäre in den Kader: Jan Kosak und Jan Leligdon kommen von Rohrbach/Berg und sollen die Offensive beleben. Besonders freuen darf man sich über die Rückkehr von Michael Holzer (Grafenwörth). Nach neun Jahren kehrt der gebürtige Langenloiser zu seinem Jugendklub zurück. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Michael einen Einheimischen heimholen konnten. Das stärkt auch die Identifikation der Bevölkerung mit dem Klub“, zeigt sich Thomas Korbel glücklich. 

Als Saisonziel gibt Korbel einen Platz im oberen Tabellendrittel aus. Die Meisterfrage beantwortet er wie folgt: „Die Favoriten sind sicher wieder die ‚üblichen Verdächtigen‘ wie Grafenwörth, Raabs und Gmünd“, zählt er seine Titelaspiranten auf. „Auch Großweikersdorf ist nach dem Transfer von Nemanja Marinkovic nicht zu unterschätzen“, betont Korbel abschließend.

Zugänge: 

Michael Holzer (Grafenwörth), Tobias Lind (Melk), Clemens Laschober (Schweiggers), Jan Kosak, Jan Leligdon (Rohrbach/Berg), Kurt Gerstmayr (Arnsdorf)

Abgänge:

Fezulla Sali (Bergern), Dominic Gottsmann (Wieselburg), Patrik Ruzicka (Pregarten), David Steiner (Ziersdorf), Pascal Zinner (Krumau)

 
 
 
PRESSE-BERICHTE: 

NÖN (Woche 29/2020):

Gebietsliga Nordwest/Waldviertel: Langenlois als Transferkaiser

Die meisten Veränderungen am Transfermarkt gibt es in Langenlois.

Trainer Gerhard Wildpert muss von nun an auf Keeper Dominic Gottsmann, Mittelfeldstrategen Fezulla Sali und das Legionärstrio Patrick Ruzicka, David Steiner und Martin Zocek verzichten. Doch auch auf der Zugangsseite der Kamptaler gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Clemens Laschober aus Schweiggers wird die Mannschaft auf der linken Außenbahn verstärken. Ur-Langenloiser Michael Holzer kehrt als Mittelfeldstratege zu seinem Heimatverein zurück und Tobias Lind-Fallmann ist neuer Einserkeeper. Bei der Wildpert-Truppe wurden in der Vorsaison vor allem zwei Schwachpunkte sichtbar. Zum einen schaffte man es nicht, den abgewanderten Torjäger Michael Wildpert adäquat zu ersetzen und somit einen Stürmer in seinen Reihen zu haben, der Tore garantiert. Aber auch die nötige Durchschlagskraft und Kreativität aus dem zentralen Mittelfeld waren schlichtweg nicht vorhanden. Letztere Lücke wird Holzer schließen können. An vorderster Front könnten zwei Last-Minute-Transfers Abhife leisten: Jan Kosak und Jan Leligdon.

von links:

SL Korbel Thomas, Kosak Jan, Leligdon Jan, Lind-Fallmann Tobias, Gafgo David, Holzer Michael, Laschober Clemens, TR Wildpert Gerhard

 

 

 

 

 

 

 

Höchste Zeit der Ehrlichkeit

Ja, zwei Größen des niederösterreichischen Fußballs backen in Zukunft kleinere Brötchen. Die Rückzüge von Ebreichsdorf aus der Regionalliga und Gaflenz aus der Landesliga waren Schauergespenster in der Frühühase des Corona-Lockdowns, die befürchten ließen, das Virus könnte dem Amateurfußball dauerhaften Schaden anrichten.

Ein Blick auf die NÖN-Transferausgabe und die gesammelten Zu- und Abgänge reicht nun aber, um zu erkennen, dass es Größeres als ein Virus braucht, um den Fußball in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Doch wie passt das alles zusammen? Spieler verdienen in der anstehenden Saison weniger Geld, umgekehrt ist aber genug Geld da, um neue Spieler zu verpflichten. Funktionäre kritisieren die Geldgier von Kickern, kommen deren Forderungen dann aber doch nach.

Es geht wie immer nur um die sportliche Wettbewerbsfähigkeit. Und die steht auch im Unterhaus weit über den Angemessenheitsgedanken. Darüber zu jammern ist müßig. Es braucht keinen leuchtenden Helden, der aus dem Hamsterrad aussteigt. Der Fußball würde darunter leiden. Was nötig ist, ist das Eingeständnis, dass auch eine Pandemie dem finanziellen Wahnsinn keinen Abbruch tut. Das würde die Sache erträglicher machen.