Amateurfußball: Fußball schart mit Hufen

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Amateurfußball: Fußball schart mit Hufen

Sehnsüchtig wird das „Go“ von der Politik erwartet. Herausforderungen gibt es ohnehin zuhauf.

Der Gipfel soll die sportliche Talsohle überwinden helfen. Am Freitag findet das lange erhoffte Treffen zwischen Vertretern des organisierten Sports und dem Gesundheits- wie auch dem Sportminister statt. „Das Verständnis an der Basis stößt an seine Grenzen“, hat das ÖFB-Präsidium vergangene Woche in einem offenen Brief an die Regierungsspitze gemahnt.

Allerdings: Eine komplette Öffnung ist vom Gipfel wohl nicht zu erwarten, für den 1. März hatte die Bundesregierung zuletzt eine weitere „Evaluierung“ mit Blickrichtung Ostern angekündigt. NÖ-Verbandschef Hans Gartner hofft, dass vorerst einmal der Nachwuchs „im Freien, unter Einhaltung der Covid19-Regeln und mit negativem Test aus der Schule“ trainieren darf. Und die Sportszene erwartet sich einen „Fahrplan“ für weitere Öffnungsschritte. Die Zeit drängt – und die Terminplanung hat‘s in sich.

Der Zeitplan

Nach dem Sportgipfel mit der Politik stecken die Spitzenfunktionäre des ÖFB ihre Köpfe zusammen. Noch am Freitag soll eine Präsidiumssitzung stattfinden. Und am kommenden Dienstag tagt die Arbeitsgruppe des Sportreferats unter dem Vorsitz von Robert Ruzak. „An sich hätten wir ja ein gutes Konzept, aber alles hängt nun einmal am Datum für den Trainingsstart“, sagt Ruzak, der sich von der Regierungspressekonferenz am Montag jenen Tag X erwartet. „Dann werden wir sehen, was wir adaptieren müssen, wo wir vielleicht umdenken müssen.“

Die Vorlaufzeit

Auf fünf Wochen Vorbereitungszeit hat sich der NÖFV festgelegt, ehe wieder Pflichtspiele angesetzt werden. Dabei bleibt‘s auch. Trotz des Zeitdrucks. „Die fünf Wochen beziehen sich auf jene Phase, in der Kontakttraining und die Möglichkeit zu Freundschaftsspielen besteht“, präzisiert Präsident Gartner. Das heißt: Selbst wenn ab Anfang März der Nachwuchs wieder trainieren darf, beginnt der Countdown noch nicht zu ticken.

Der frühestmögliche Anpfiff

Von größeren Öffnungsschritten „rund um Ostern“, sofern es das Infektionsgeschehen erlaubt, hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz beim jüngsten Gipfel mit den Landeshauptleuten gesprochen. Was unter Berücksichtigung der fünf Wochen Vorbereitungszeit auf das Wochenende 8./9. Mai für den Anpfiff hindeutet – im besten Fall. „Von diesem Datum gehen wir auch in unseren internen Planungen aus“, bestätigt NÖFV-Boss Gartner. Vorerst steht der Start aber auf wackligen Beinen, zumal viele Mediziner vor steigenden Neuinfektionen durch die ansteckendere britische Mutation des Coronavirus warnen.

Die Termintüftelei

Bis Ende Juni muss die Saison abgeschlossen sein – mit Blick auf die Übertrittszeit und den Profibereich, der ja Ende Juli schon wieder die nächste Spielzeit startet. Der Verband hat den Nachtrag der ausgefallenen Herbstrunden zur Priorität erklärt. Was bedeutet: Erst mit dem kompletten Abschluss der Hinrunde können die betreffenden Spielklassen gewertet werden.

Weil die einzelnen Klubs unterschiedlich viele Partien nachzutragen haben, ist die Termintüftelei alles andere als trivial. „Es wird für manche eine oder mehrere spielfreie Runden geben müssen“, bestätigt Sportreferatsvorsitzender Robert Ruzak. Oder auch einen späteren Start für jene Klubs, die nur wenige offene Partien haben. „Wir müssen das Beste daraus machen und gemeinsam schauen, dass wir die Runden über die Bühne kriegen!“

Die Rückrunde

Was passiert, wenn die Herbstpartien gespielt sind und noch „Zeit-Slots“ offen sind? Grundsätzlich hat sich der Verband darauf verständigt, weiterzuspielen und die Platzierungen nach der sogenannten Quotientenregel (erspielte Punkte geteilt durch absolvierte Partien) zu ermitteln. „Wir haben uns für diesen Weg ausgesprochen, weil ja andernfalls für manche Klubs nach drei Frühjahrsmatches schon wieder alles vorbei wäre“, sagt Ruzak. In Stein gemeißelt ist dies jedoch nicht. „Wir müssen die Vorgaben abwarten“, betont Präsident Gartner. „Je nach dem Startdatum, das dann herauskommt, werden die Gremien diskutieren, wie wir vorgehen. Wie auch in dieser Frage.“ Ein weiterer offener Punkt, der im NÖFV noch nicht ausdiskutiert ist: Was passiert mit Meisterschaftsgruppen, in denen einzelne Vereine die Herbstphase bis Ende Juni nicht abschließen konnten?

Nagelprobe in 1. Klasse Nord

Ein Hotspot ist da die 1. Klasse Nord. Dort sind noch 69 Spiele der Hinrunde offen. Großengersdorf hat erst drei seiner 15 Runden absolviert. Hauptgruppenobmann Günther Breiner entwarf bereits einen Spielplan. Sein Fazit: „Geht sich knapp, aber doch aus.“ Vorausgesetzt, es kann am 8. Mai begonnen werden. Sollten aber noch Absagen aufgrund von Quarantänemaßnahmen folgen, wäre der Zug abgefahren. Die Konsequenz? Keine Wertung der Meisterschaft, also keine Auf- und Absteiger. Im schlimmsten Fall würde die 1. Klasse Nord dann auf 20 oder 21 Vereine anschwellen. „Auch für diesen Fall werden wir dann Lösungen finden“, nimmt‘s Breiner pragmatisch.