Pandemie & Sport: Sportgipfel – ein Fahrplan ohne Abfahrtszeiten

Pandemie & Sport: Sportgipfel – ein Fahrplan ohne Abfahrtszeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sportgipfel – ein Fahrplan ohne Abfahrtszeiten

Über die Konzepte zur Öffnung in mehreren Schritten herrschte am Freitag Einigkeit zwischen Politik und Sport. Einen verbindlichen Zeitrahmen gibt’s jedoch nicht.

Nichts Genaues weiß man nicht, würde der Volksmund sagen. Dabei bleibt’s auch nach dem Sportgipfel am Freitagabend. Die Vertreter des organisierten Sports diskutierten mit Sportminister Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudi Anschober. Dabei sei es gelungen, „die berechtigten Anliegen des Sports plausibel“ zu transportieren, verlautete seitens des ÖFB. Eine schrittweise Öffnung beginnend mit dem Kinder- und Jugendfußball im Einklang mit den vom Sport eingebrachten Konzepten wurde in Aussicht gestellt, jedoch vorerst ohne zeitliche Festlegung.

„Unser Nachwuchs und der Amateursport erwarten sich konkrete Öffnungsschritte.“    ÖFB-Boss Leo Windtner

Am Montag folgt die nächste Verhandlungsrunde der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten und der Opposition zu den nächsten Schritten. Vizekanzler und Gesundheitsminister haben das Bekenntnis abgegeben, sich voll für die dargelegten Interessen des Sports einzusetzen.
„Diesem Sportgipfel müssen jetzt Taten folgen“, fordert ÖFB-Präsident Leo Windtner. „Unser Nachwuchs und der Amateursport erwarten sich konkrete Öffnungsschritte. Wir hoffen, dass das heute Besprochene am Montag auch eingebracht und entsprechend umgesetzt wird. Das sind wir unseren Vereinen schuldig.“

Wann ist der Tag X?

Keine Zusage für konkrete Öffnungsschritte – dabei bleibt es auch nach dem Freitag. Die beiden Regierungsvertreter sicherten dem Sport zwar eine prioritäre Behandlung zu, die entscheidende Frage sei aber „Wann ist der Tag X?“, meinte Anschober. Sport-Austria-Präsident Hans Niessl hofft auf erste Lockerungen schon am Montag, 1. März.

Vorrang für Freiluftsport

Es dürfte zumindest vager Konsens darüber herrschen, dass zuerst Kindern wieder mehr sportliche Betätigungsfelder ermöglicht werden sollen, zumal diese durch den Schulbesuch sowieso regelmäßig getestet werden. 571.000 Kinder seien in Österreich in Sportvereinen organisiert, sagte Niessl, der sich dabei auf eine Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria von 2017 bezog.

„Unser Druck verantwortungsvolle Öffnungen zu ermöglichen hat Wirkung gezeigt. Outdoor-Training soll endlich in einem geordneten und sicheren Rahmen im Verein stattfinden dürfen. Damit würde ein erster wegweisender Schritt in die richtige Richtung gesetzt werden. Österreichs Vereinssport wird nach einem langen Winterschlaf endlich ein Comeback erleben.“   Sportunion-Präsident Peter McDonald zeigt sich zuversichtlich

Vizekanzler Kogler merkte an, dass bei Öffnungen Outdoor- Vorrang gegenüber Indoor-Sportarten haben würden, Mannschaftssportarten mit hoher Kontaktintensität würden eher später drankommen. Klingt nicht nach glänzenden Aussichten für den Fußball…

Keine Garantie der Politik

Fixe Zusicherungen oder einen Rahmenterminplan erhielten die Vertreter des Sports, darunter auch ÖFB-Präsident Leo Windtner, ÖTV-Präsident Magnus Brunner, Sportunion-Präsident Peter McDonald oder Football-Verbandschef Michael Eschlböck, nicht. „Wir geben keine Garantie ab“, sagte Vizekanzler Kogler. „Faktum ist, dass wir steigende Infektionszahlen haben“, erklärte Anschober. Der Gesundheitsminister erwarte noch am Sonntag eine neue Studie, die Aufschluss darüber geben soll, worauf der derzeitige Anstieg der Neuinfektionen basiert bzw. wie groß der Anteil der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen am Infektionsgeschehen ist.

Schwierige Suche nach Konsens

Man habe versucht, Anschober zu einem klaren Bekenntnis zur Öffnung des Sports, insbesondere für die Kinder und Jugendliche, zu bewegen, doch „dazu hat er sich nicht verleiten oder hinreißen lassen“, verriet ein Sitzungsteilnehmer der APA. „Das einzig Positive ist, er scheint gewisse Dinge jetzt verstanden zu haben, die er so vielleicht gar nicht gesehen hat, was der organisierte Sport alles machen kann.“ Es gebe kein Argument, „gegen eine kontrollierte Bewegung im Freien, mit entsprechendem Abstand, noch dazu bei den Kindern, die getestet sind“.

Warten auf Montag

Am Montag berät die Regierung über den weiteren Fahrplan in Sachen Öffnungsschritte, auch die Landeshauptleute werden wieder einbezogen. Auch abhängig von den Erkenntnissen der Studie könnte es danach schneller oder langsamer gehen. Sport Austria legte den beiden Ministern ein Konzept für die Öffnung des Sports vor, wonach im Laufe des März einem Stufenplan folgend der gesamte Outdoor-Sport wieder ermöglicht werden soll.

Die klare Erwartungshaltung der Sportvertreter nach dem Gipfel ist ein erster verantwortungsvoller Öffnungsschritt beim Outdoor-Sport für organisierte Gruppen.“    ÖTV-Präsident Magnus Brunner

Magnus Brunner, Präsident des Österreichischen Tennisverbands, fordert Öffnungsschritte mit Augenmaß und unter strengen Auflagen: „Ich bin für die sofortige Zulassung von Gruppentrainings im Freien und auf Outdoor-Sportstätten unter Einhaltung der Abstandsregeln und bei Erfassung der Teilnehmer.“

Für das Indoor-Tennis sollte laut Brunner ein Trainingsbetrieb bei Vorliegen entsprechender Präventions- und Sicherheitskonzepte mit einem „Reintesten“ wie bei körpernahen Dienstleistungen ebenso im März wieder möglich sein: „Auf einem Tennisplatz mit 450m² beispielsweise haben die SportlerInnen das Dreifache der durchschnittlichen österreichischen Wohnfläche pro Person zur Verfügung und im Regelfall 15 Babyelefanten Abstand. Das Ansteckungsrisiko ist also weitaus geringer als bei den bereits erlaubten Treffen zweier Haushalte in den eigenen vier Wänden. Hier könnte man schnell starten“, argumentiert der ÖTV-Präsident.

„Die klare Erwartungshaltung der Sportvertreter nach dem Gipfel ist ein erster verantwortungsvoller Öffnungsschritt beim Outdoor-Sport für organisierte Gruppen und die Möglichkeit zum Reintesten in den Indoor-Sport ohne Körperkontakt.